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Das rote Kleid

Ich nehme das rote Kleid, hänge es auf einen Kleiderbügel, streiche vorsichtig ein paar Falten glatt, öffne meinen Schrank, suche nach einem Platz auf der Stange. Irgendwo zwischen Bademantel und weißem Blazer ist noch frei.

Ich atme ein.

Ich hake es auf der Stange ein.

Ich halte die Luft an.

Ein schwacher Versuch die Tränen zurückzuhalten, die heiß in meinen Augen brennen.

Ich versuche, sie noch einmal hinunterzuschlucken.

Ich denke an den nächsten Schritt: den Knauf der Schranktür zu nehmen und die Tür schließen.

Leicht zitternd schließen sich meine Finger um das Holz, fühlen alle noch sokleinen Kerben im Holz. Es ist ein gutes, erleichterndes Gefühl nach so vielen Tagen, in denen kein Grund für das Chaos in meinem Leben greifbar gewesen war.

Und doch schaffe ich es nicht die Tür zu schließen, ABzuschließen. Die Tür zuzuknallen und mich abzuwenden, denn das würde bedeuten die Hoffnung aufzugeben. Die Zeit als VERGANGENHEIT anzusehen und sie als solches auch zu akzeptieren.

Das ist der Punkt. Ich schaff das nicht. Ich kann das nicht. Ich kann keinen Punkt setzen.

Meine Finger verkrampfen sich regelrecht um den Knauf, wenden Kraft auf und üben sie doch nicht aus.

Ich starre in das dunkle, gähnende Loch meines Schranks, fixiere den Blick auf das schimmernde, rote Satin meines Kleids und registriere verstört wie meine Sicht vor Tränen verschwimmt.

Schon wieder.

Ich schließe meine Augen, schlucke erneut, öffne meine Augen. Der trübe Schleier ist immernoch da. Egal, wie sehr ich mich wehre, er wird bleiben...das weiß ich...also ergebe ich mich ihm.

Meine Finger lösen sich vom Knauf, ich gehe nieder, zu Boden, auf die Knie, verstecke mein Gesicht in meinen Händen.

Die Tränen kommen, schießen hervor, rollen über die Wangen und wagen einen Sprung um auf dem kaltem Linoleum - Boden mit einem leisem "Plop" aufzuprallen und wie ein Spiegel in tausend Teile zu zerspringen.

WARUM??

Das ist die Frage, die meine Lippen die letzten Wochen unzählige Male geformt haben, die sich in meinem Kopf stellt und jedes Mal ein Vakuum der unendlichen Leere hinterlässt.

Unendlich, unendlich viel Raum mit nichts zu greifen. Und dieses Nichts zerfrisst mich von innen heraus.

WARUM??

Warum konntest du mich nicht einfach lassen??

Warum hast du mich angerufen??

Warum hast du diese Stimme, der ich Tage und Nächte lang zuhören könnte?

Warum hast du diese Augen, in denen ich am liebsten versinken möchte?

Warum hast du diesen Geruch, von dem ich nicht genug kriegen kann?

Warum diese ganzen magischen Momente?

Warum dieser Kuss??

Warum dieses überwältigende Gefühl der Geborgenheit in deiner Nähe?

Und warum, zum Teufel, ist mir das erst bewusst geworden, als du nicht mehr da warst??

Warum bist du überhaupt nicht mehr da?

WARUM hast du mich allein gelassen?

Warum wirfst du alles weg???

Alle diese Fragen, sie schreien in mir nach Antworten wie nach Futter. Ich suche und suche und finde doch nichts. Anstatt dessen fressen sie ich.

Ich flehe dich um Antworten an.

Ich schreie dich an: "Bitte, lass mich nicht so im Dunkeln stehn!"

Immer und immer wieder, doch mein Handy bleibt leblos, mein Telefon stumm, die Einfahrt leer. Die Stille vergrößert das Vakuum zwischen uns und schnürt mir die Kehle zu.

Und doch verlange ich nicht viel, ich verlange nur ein paar Wörter, die sich zu zwei simplen Sätzen zusammensetzen lassen:

"Lass mich in Ruhe. Es reicht jetzt."

Nicht einmal das bin ich wert.

Es würde kein einziges Warum befriedigen, aber es wäre ein klares Ende, ein Ende, das Ruhe für mich versprechen würde.

Oder sag mir: "Es war alles nur ein böser Traum Es ist alles gut, nur ein böser Traum."

Nimm meine kalten Hände, schau mir in meine Augen, fang eine Träne auf, schließ mich in deine Arme und lass mich nie wieder los...

Aber, auch wenn mein dummes, naives Herz immer noch hofft, weiß mein Verstand doch: es ist alles real und du wirst mich nie mehr in deine Arme nehmen, dein Duft wird mich nie mehr wie weiche Zuckerwatte einhüllen und deine Augen werden nie mehr versuchen bis auf den Grund der meinen vorzudringen...weil ich dir jetzt nicht mal mehr eine dumme SMS wert bin.

Es klingelt.
Es dauert keine 5 Minuten, bis ich wieder vorm Schrank steh.
Und jetzt nehme ich den Knauf und SCHMETTERE DIE TÜR MIT ALLER KRAFT ZU!

Denn jetzt habe ich die Antwort: eine andere!!
Ich weiß nicht wie lang du mich hingehalten und angelogen hast. Ich nehme an, sowas nennt man dann: uhuu...das war mir zu schnell!! usw. usf...du hattest ja einen Haufen Ausreden.

Und wieder war es ICH, die um das Gespräch gebeten hat. Ich war wieder die Dumme!
Zumindest hast du zugegeben, dass du ein Feigling bist. Das bin ich eindeutig nicht...es war der erste Moment, in dem ich mir DIR ÜBERLEGEN vorgekommen bin.

Vielleicht muss man für sowas noch ein Jahr älter sein...:P

Und hier an alle: Das Arschloch heißt ....

19.8.09 10:10
 


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